Freydoun Farrochsad

Freydoun Farrochsad

Im Herbst 1958 kommt Freydoun Farrochsad mit dem Autobus aus dem Iran nach Deutschland. Er ist 22 und arbeitet vorerst in einer Wurstfabrik, um über die Runden zu kommen, lernt rasant schnell die deutsche Sprache. Nach nur wenigen Monaten geht er nach München um dort am Geschwister-Scholl-Institut Politikwissenschaften zu studieren, in dem Glauben er würde eines Tages im Iran eine politische Karriere einschlagen. Doch das Schicksal hat andere Pläne und Farrochsad beginnt sich für Literatur zu interessieren und schreibt erste Gedichte in deutscher Sprache. Sein Gedichtband Andere Jahreszeiten wird erstmals 1964 mit einem Nachwort von Johannes Bobrowski veröffentlicht und erntet positive Kritik, er gewinnt sogar einen Literaturpreis in Berlin. Andere Jahreszeiten bleib sein einziger deutscher Gedichtband. In seiner Zeit zurück im Iran, in der er zu einer Art Superstar mutiert, beginnt er auch persische Gedichte zu verfassen. Nach seiner Flucht aus dem vom Krieg zerrütteten Iran, engagiert er sich politisch, hält Reden und singt politische Lieder. Als Kritiker des Regimes wird er 1992 in seinem Haus in Bonn ermordet.

Seine Schwester ist die bekannte Lyrikerin Forough Farrochsad, von der ebenfalls eine Gedichtsammlung bei uns erschienen ist.

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