Wir gedenken an Abbas Maroufi

Dann rutschte er langsam ins Wasser. Über den Wellen stieg ein schwacher Dampf auf. Leise rieselte der Schnee. Und wie schön war doch der Himmel!
„Lass zu, dass ich selber sterbe!”, sagte er.
Symphonie der Toten, Abbas Maroufi

Nach langer Krankheit ist der iranische Schriftsteller Abbas Maroufi vor Kurzem im Exil in Berlin gestorben.

Maroufi wurde 1957 in Teheran geboren und studierte dort an der Universität Dramatische Literatur. Allerdings musste sein Studium aufgrund der revolutionsbedingten Schließung der Universität von 1980 bis 1982 unterbrochen werden. 1990 gründete Maroufi die Zeitschrift Gardun (Himmelsgewölbe), eine Publikation über Literatur und Zeitgeist, die auch kritische Töne anklingen ließ. Die Zeitschrift wurde jedoch schon bald verboten und ihr Herausgeber vom „Gericht für Presseangelegenheiten“ wegen „Beleidigung“ der islamischen Grundwerte verurteilt. Nach internationalem Protest konnte Abbas Maroufi 1996 den Iran verlassen und nach Deutschland kommen. Maroufi gilt als einer der bekanntesten und wichtigsten Schriftsteller der iranischen Gegenwartsliteratur. Wir sind stolz, dass sein Meisterwerk “Symphonie der Toten” als Neuauflage in deutscher Übersetzung bei uns erschienen ist.

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