Jabbar Abdullah: Raqqa am Rhein

Der syrische Autor Jabbar Abdullah nahm 2012 an den ersten Demonstrationen an seiner Uni in Aleppo teil und musste zusehen, wie das Regime von Bashar Al-Assad dem Arabischen Frühling mit blanker Gewalt begegnet. Als er sich auf die riskante Flucht nach Europa begibt, liegen große Teile des Landes bereits in Trümmern, wenig später übernehmen die Terroristen des IS das Ruder.

Ein Zeugenbericht mit einem Vorwort von Ilija Trojanow

Teilübersetzung aus dem Arabischen von Christine Battermann,  sowie gemeinsame Teilübertragung aus dem Arabischen von Jabbar Abdullah und Sonja Oelgart

Jabbar Abdullah

Prosa | 1. Auflage 2020 |  250 Seiten

Auch als E-Book erhältlich:

12,80 20,00 

ISBN: 978-3-96202-059-0
17,80 
ISBN: 978-3-96202-403-1
20,00 
ISBN: 978-3-96202-803-9
12,80 

Beschreibung

Von Raqqa am Euphrat nach Köln am Rhein – der beschwerliche Weg aus Krieg und Repression in die Freiheit

Raqqa am Rhein ist eine autobiografische Erzählung über Aufbruch und Ankunft, über zerstörte Freiheitsträume und hoffnungsvolle Neuanfänge. Im Zentrum stehen zunächst Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend im Zeichen der Diktatur, nahe der nordsyrischen Stadt Raqqa und der Alltag einer Dorfgemeinschaft am Euphrat. Später beschreibt der Autor die ersten friedlichen Proteste 2011 an der Universität von Aleppo ebenso wie deren brutale Niederschlagung durch das Assad-Régime. Authentische Augenzeugenberichte bieten zudem ungeschönte Einblicke in die skrupellosen Methoden der syrischen Geheimdienste wie auch in das Leben unter der Willkürherrschaft des IS in Raqqa nach 2014. Doch Abdullah berichtet auch über seine neue Heimat Deutschland. Detailliert und humorvoll beschreibt er die ersten Schritte in einer zunächst fremden Gesellschaft und Sprache. Dabei hinterfragt der Autor die landläufigen Konzepte von Integration und Herkunft, reflektiert den Freiheitsbegriff und hält auch manch überraschenden Perspektivwechsel bereit.

Textauschnitt:

Zwei Jahre später – ich arbeitete mittlerweile am Römisch-Germanischen Museum und war gerade dabei, einen der Türme der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer zu restaurieren – kamen plötzlich mehrere Streifenpolizisten auf mich zugeprescht und erklärten, jemand habe mich als Terroristen angezeigt. Auch darüber lächelte ich nur. Eine Arbeitskollegin erklärte mir später, an solche Dinge müsse ich mich gewöhnen, schließlich sei ich nicht nur Ausländer, sondern „auch noch Syrer“. Ich lächelte also. Keine Ahnung, warum man in Zeiten von Kriegen und Soldaten, von Flucht, Diktatoren und Rechtsextremen so viel lächelt.

Ich verspreche Ihnen, ein guter Geflüchteter zu werden, damit mich alle akzeptieren. Einer, der Schweinefleisch isst, der sich jeden Tag in den Bars betrinkt, der gegen den Bau von Moscheen ist und für ein Kopftuchverbot, einer, der schwarze Körper weiß macht und verhindert, dass auf der Straße, in der Schule und in der Universität eine andere Sprache gesprochen wird als nur die eine. Und der den Rechten in Parlament und Ministerien viele Sitze zugesteht.”

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Gelesen von Thomas Roth
Hörprobe:

 

Artikel über Jabbar Abdullah in der Kölnischen Rundschau

Zusätzliche Informationen

Gewicht 285 g

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