Doğan Akhanlı – Madonnas letzter Traum

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Doğan Akhanlı greift in Madonnas letzter Traum die Novelle Madonna im Pelzmantel des türkischen Dichters Sabahattin Ali auf und schreibt sie neu. Akhanlı macht Ali selbst zur Romanfigur. Auf seinem Weg ins Exil wird er 1948 von Angehörigen des türkischen Geheimdienstes getötet. Unmittelbar vor seinem Ableben gesteht er, Maria Puder sei in Wirklichkeit anders gestorben als in seiner Novelle. Madonnas letzter Traum ist der Versuch, die wahre Geschichte des Lebens und Todes von Maria Puder in der NS-Zeit zu entdecken.

 

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Produktbeschreibung

Der Roman verwebt fiktionale Elemente mit wahren historischen Ereignissen. So wird die Flucht von Maria Puder vor dem NS-Régime mit dem Schicksal des Flüchtlingsschiffs in Struma, dessen jüdische Passagiere 1942 im Hafen von Istanbul an der Weiterreise gehindert wurden, verknüpft. Auf einer anderen Erzählebene hat der namenlose Autor und Exilschriftsteller aus Köln den Auftrag, einen Essay über rassistische Gewalt zu schreiben. Die Aufgabe verkompliziert sich jedoch durch die Lektüre der Novelle von Sabahattin Ali und der Begegnung mit den Spuren der NS-Geschichte. Er macht sich auf die Suche nach der wahren Biographie Maria Puders. Dabei konfrontiert ihn seine Reise auch mit seiner eigenen Lebensgeschichte und seinen Wurzeln.

Der Autor

Prosa | 1. Auflage 2019 | 472 Seiten | geb. mit Schutzumschlag | 24,80 € | ISBN: 978–3-96202–042-2

Ali und seine Romanfigur Maria ermöglichen es mir, über Grenzen und Zeiten hinweg zu denken. Ich kann so von verschiedenen Formen der Verfolgung und staatlicher Gewalt in der Geschichte literarisch erzählen.” So äußert sich der Autor Doğan Akhanlı selbst zu seinem Buch im Gespräch mit Andreas Fanizadeh in der taz.am wochenende.

Ein Buch, das deutsche und türkische Geschichte miteinander verknüpft und einen Bogen schlägt von der Nazi-Zeit bis fast in die Gegenwart”, führt Angel Gutzeit ein Interview (siehe unten) mit Doğan Akhanlı ein, in dem es sowohl um sein literarisches Schaffen als auch um seine persönliche Vergangenheit geht.

Rezensionen und Interviews:

Deutschlandfunk

Eine obsessive Liebe, ein tragisches Ende, eine verzweifelte Spurensuche, angesiedelt in Deutschland, Polen, der Türkei während der NS-Zeit, aber auch Jahrzehnte später: Doğan Akhanlı, ausgezeichnet mit der Goethe-Medaille 2019, erzählt in „Madonnas letzter Traum“ eine rasante Flüchtlingsgeschichte…” mehr

Radio Bremen

Doğan Akhanlı hat im August 2019 die Goethe-Medaille für sein mutiges politisches Engagement für die Völkerverständigung, insbesondere zwischen den Armeniern, Türken und Kurden bekommen. Jetzt hat der Bremer Sujet Verlag seinen Roman „Madonnas letzter Traum” auf Deutsch herausgebracht. Burcu Arslan stellt das Buch vor.…” mehr

WDR, Lesenswert

Doğan Akhanlı hat in einem mächtigen Erzählstrom Geschichte und Geschichten von Opfern erzählt. „Madonnas letzter Traum” ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Menschheitsverbrechen und den Auswirkungen für die Nachfahren…” mehr

WDR Kultur am Mittwoch

Der deutsch-türkische Schriftsteller Dogan Akhanli wird mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. In seinem Werk setzt sich Akhanli mit den Themen Gewalt, Erinnerung und Menschenrechte auseinander. Ein Gespräch mit dem Autor…” mehr

Bunten und Binnen

Doğan Akhanlı am 03. September in Bremen

Leseprobe

1 Kundenbewertung für Doğan Akhanlı – Madonnas letzter Traum

  1. 5 von 5

    :

    Lieber Madjid,
    das passiert mir eigentlich eher selten mit einem Buch – ich habe mich festgelesen. Akanli hat es geschafft, verschiedene spannende Geschichten und Orte und Zeiten so miteinander zu verwebe, dass man förmlich mitgerissen wird.
    Erzählt er aus der Jugend seines Protagonisten, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Schön, wie sein Dorf darum streitet, das eingestürzte Minarett der Dorfmoschee wieder zu errichten, der neuen laizistischen Türkei zu Ehren.
    Dann ist er unmerklich mit dir nach Solingen gefahren, wo Neonazis ein Haus angesteckt haben und viele türkische Bewohner umgekommen sind um ein wenig später nach Berlin – Wannsee zu fahren, wo in der Villa, die er besucht die Vernichtung der Juden generalstabsmäßig geplant wurde.
    Er hat die Gabe, all diese historischen Ereignisse mit der Gegenwart und seiner Vergangenheit zu verknüpfen, dass man einen neuen Blick auf die Geschichte bekommt.
    Und er beherrscht die deutsche Sprache!
    Ein gutes, nein ein sehr gutes Buch.
    J. Meyhöfer

    • :

      Danke lieber Jürgen für dein Kommentar. Ich finde auch das Buch sehr großartig!

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