Habib Tengour – Der Alte vom Berge

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Er gilt als "eine der kraftvollsten und phantasievollsten dichterischen Stimmen des postkolonialen frankophonen Maghreb" (Pierre Joris). Gleichsam visionär greift Habib Tengour in seinen Büchern Themen auf, die erst Jahre später in den medialen Fokus rücken. Im Alten von Berge, an dem er von 1977-1981 schreibt, spürt er dem religiösen Totalitarismus nach,  fragt nach der Verantwortung des Intellektuellen gegenüber Krieg, Korruption und ideologischer Verhärtung, der Eignung von Religion, Wissenschaft, Politik als gangbaren Wegen zur "Wahrheit"

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Produktbeschreibung

Er gilt als „eine der kraftvollsten und phantasievollsten dichterischen Stimmen des postkolonialen frankophonen Maghreb” (Pierre Joris). Gleichsam visionär greift Habib Tengour in seinen Büchern Themen auf, die erst Jahre später in den medialen Fokus rücken. Im Alten von Berge, an dem er von 1977–1981 schreibt, spürt er dem religiösen Totalitarismus nach,  fragt nach der Verantwortung des Intellektuellen gegenüber Krieg, Korruption und ideologischer Verhärtung, der Eignung von Religion, Wissenschaft, Politik als gangbaren Wegen zur „Wahrheit”

Wie im Labor setzt er drei historische Gestalten in Szene: Hassan as-Sabah, Prototyp des fanatischen islamistischen Sektenführers, der im 12. Jh. in seiner Bergfestung Alamut im persischen Khorassan 60.000 Anhänger im Haschischrausch zu Terroristen („Asssassinen”) konditionierte, um politische Gegner auszuschalten. Daneben Nizam al-Mulk, persischer Großwesir, der als Inbegriff des skrupellos pragmatischen Machtpolitikers gilt, und Omar Khajjam, berühmter Dichter-Astronom aus Nischapur, dem die Welt die Rubaiyyat, melancholische Vierzeiler, und die Lösung algebraischer Gleichungen dritten Grades verdankt, der bei Tengour jedoch in seiner Sternwarte das Leben verpasst, aus Furcht, sich die Hände schmutzig zu machen.

Von den Schauplätzen des orientalischen Mittelalters – Alamut, Nischapur, Qom und Bagdad – katapultiert Habib Tengour seine Figuren bald ins Pariser Emigrantenmilieu, bald ins Algerien der Gegenwart. Ein zapping quer durch Epochen und Kontinente, das den Blick für historische Parallelen schärft und Tengours Roman – ein poetisches Plädoyer für Pluralismus und Toleranz vor dem Hintergrund des Verfalls des einst glanzvollen Abbassidenreichs (750‑1258) – heute aktueller denn je erscheinen lässt.

Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe.

Habib Tengour wurde 1947 in Algerien geboren, folgte 1958 seinen Eltern ins Exil nach Paris, wo er Soziologie studierte und sich politisch sensibilisierte. Er pendelt bis heute zwischen Algerien und Paris.

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