Atef Abu Saif
BIOGRAPHIE
Atef Abu Saif, 1973 in einem Flüchtlingscamp in Dschabaliya am Gazastreifen geboren, ist Forscher am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz, ehemaliger palästinensischer Kulturminister (2019 – 2024) und Schriftsteller. Er lehrte Politikwissenschaften an der Al-Azhar Universität in Gaza und ist Chefredakteur für das Magazin Siyasat, herausgegeben vom Institut für öffentliche Politik in Ramallah. Als Autor veröffentlichte er bereits zahlreiche Romane, die teilweise in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Seine Romane A Suspended Life (dt. Leben in der Schwebe) (2014) und Hajji Christina (2016) standen beide 2015 und 2016 in der engeren Auswahl des International Prize for Arabic Fiction.
Außerdem hat er drei Sammlungen von Kurzgeschichten (u.a. The Book of Gaza (2014), die auch eine seiner eigenen Kurzgeschichten enthält), fünf Theaterstücke und eine Reihe von Sachbüchern über Politikwissenschaft veröffentlicht.
Abu Saif verfasste während seiner Zeit im israelischen Krieg in Gaza zwei Tagebücher, in denen er über die täglichen Ereignisse berichtete (The drone eats with me und Don’t look left: a genocide diary).
Zuletzt Erschienen
Leben in der Schwebe
Der etwa 60 jährige Naim ist Inhaber eines Copy-Shops, in dem Poster von Gefallenen („Märtyrern“) produziert werden. Als er im Jahr 2011 durch einen Blindgänger getötet wird, entsteht zwischen seinem Sohn Salman und seinem Neffen Nasr eine Debatte, ob Naim Held oder Opfer ist – eine Grundsatzdebatte, die das ganze Buch durchzieht. Später kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung des Lagers und der Gaza-Verwaltung, als es um die Bebauung des Hügels geht, auf dem u. a. Naims Haus steht. Diese Zusammenstöße zeigen den Versuch der Gesellschaft, sich gegen die wachsende Machtclique zu wehren, die sich nicht scheut, auch die Religion mittels mehr oder weniger Gewalt in ihre Dienste zu nehmen.
Übersetzung aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich
