Doğan Akhanlı
BIOGRAPHIE
Doğan Akhanlı, 1957 in der Türkei geboren und im Oktober 2021 in Berlin gestorben, hat zahlreiche Romane und ein Theaterstück verfasst.
1991 kam er als politischer Flüchtling nach Deutschland. Seit 1992 lebte er in Köln, später in Berlin. Sein Kernthema ist die Auseinandersetzung mit den Genoziden des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner politischen Haltung war er mehrfach in der Türkei inhaftiert und zuletzt aufgrund eines türkischen Haftbefehls 2017 in Spanien, worüber er das Buch Verhaftung in Granada schrieb.
Die Tage ohne Vater (dt. 2016) und Madonnas letzter Traum (dt. 2019) wurden zu den wichtigsten Romanveröffentlichungen der Türkei gewählt. 2013 erhielt er den Pfarrer-Georg-Fritze-Preis in Köln, 2018 den Europäischen Toleranzpreis in Österreich und 2019 die deutsche Medaille.
Zuletzt Erschienen
Sankofa
In seinem letzten großen Roman erzählt Doğan Akhanlı (1957–2021) von grausamen Verbrechen, Macht und Gewalt vor dem Hintergrund der deutschen und türkischen Geschichte der vergangenen fünfzig jahre. Zugleich ist Sankofa eine Erzählung der Hoffnung und des nimmermüden Versuchs, aus den Schrecken der Vergangenheit zu lernen, um sie nicht zu wiederholen.
In einer Welt, die sich damit schwertut, über die eigenen nationalen oder gruppenbezogenen Perspektiven hinauszudenken, sind solche Bücher wichtiger denn je.
Aus dem Türkischen übersetz von Recai Hallaç

