Willkommen!

Dome of the mosque, oriental ornaments from Samarkand, Uzbekistan

Die iranische Kultur und Literatur ist vielen Menschen in Deutschland noch fremd, obgleich sich zahlreiche Menschen aus diesem Land in unseren Reihen bewegen. Wüstensand, Basare, Granatäpfel, Noah Gordons „Medicus“ – an all dies mag man denken, wenn man sich Persien vorstellt: eine magische, mystische Welt. Auf der anderen Seite jedoch steht das Bild einer politisch angespannten Lage: Iran Abkommen, Zensur, strenge Sitten und Diktatur rufen Skepsis hervor, schrecken viele ab und sorgen für Vorurteile.

Um diesen entgegen zu wirken haben wir die Reihe IRANISCHE ABENDE in Bremen und Oldenburg geplant, die die Vielseitigkeit des Irans darstellen soll. So möchten wir helfen, das Land über seine Kultur und Literatur der Landsleute sprechen zu lassen…

Alle Infos zu den Veranstaltungen findet ihr hier – oder schaut euch gerne unseren Flyer zu den „Iranischen Abenden” an.

-> Direkt zum neuen Flyer!

BREMEN

04.09., 19 Uhr
Eröffnungsveranstaltung mit Mitra Gaast und ihrem Roman „Denn du wirst dich erinnern”
06.09., 20 Uhr:
Szenische Lesung mit Pedro Kadivar zu seinem Essay „Kleines Buch der Migrationen“
11.09., 18 Uhr:
Filmvorführung „Manuscripts don’t burn“ im City46
13.09., 19 Uhr:
Lesung mit Mahmood Falaki und seinem Roman „Tödliche Fremde“
16.09., 11 Uhr:
Lyrikmatinée mit Pegah Ahmadi, Kurt Scharf, der aus Forough Farrochsads Gedichten lesen wird, und Inge Buck
16.09., 20 Uhr 30:
Filmvorführung „Manuscripts don’t burn“ im City 46
18.09., 19 Uhr:
Lesung mit Fariba Vafi und ihrem neuen Roman „Der Traum von Tibet“

OLDENBURG

14.09., 18 Uhr:
Eröffnung in Oldenburg mit einer Lesung von Mahmood Falaki aus „Ich bin Ausländer und das ist auch gut so“
17.09., 18 Uhr:
Lesung mit Fariba Vafi aus „Tarlan“
21.09., 18 Uhr:
Filmvorführung „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ mit anschließendem Erzählcafé.

Details zu den einzelnen Veranstaltungen findet ihr im Kalender. Und HIER findet ihr unseren Flyer mit allen Informationen!

Neuveröffentlichung: „Kochbuch der Toten” von Ulrike Gies

Nein, der Sujet Verlag veröffentlicht nicht plötzlich Kochbücher (auch wenn in Ulrike Gies neuem Werk durchaus einige Rezepte zu finden sind), vielmehr ist „Kochbuch der Toten” eine Collage ihrer Erinnerungen, Erfahrungen und Träume, eingebettet in den Rahmen des Essens…

"Kochbuch der Toten" von Ulrike Gies

Ulrike Gies erinnert sich. An Birnenkompott, Mettbrötchen mit Zwiebeln und Bier, ein indonesisches Menü mit siebzehn Gängen, Buttercrèmetorte und Blumenkohl. Geschmack und Geruch überdauern alles, was andernfalls längst verfallen ist, und so, ganz wie es einst Proust geschieht, dessen Kindheit zu ihm zurückkehrt, als er eine Madeleine isst, entführen verbrannte Klöße oder Linsensuppe auch Gies in vergangene Zeiten.

Sie nimmt uns mit dorthin, auf eine kulinarische Reise – über ihren Magen in die Vergangenheit hinein, aber auch in ihren heutigen Alltag, ihre Träume und Erfahrungen. In Fragmenten, assoziativ, offen und häufig abrupt, evozieren weiße Bohnen Erinnerungen, erhalten das Leben der Toten, und das, obwohl die Eltern längst gestorben sind, die große Liebe auch, und der Körper im Rollstuhl gefangen ist. Nüchtern und erbarmungslos beschreibt sie die Krankheit der Mutter, den widerlichen Onkel, die Beerdigung der Tante, Gespräche bei Tisch oder die Nachbarsfamilie, und seziert humorvoll und trocken ihr eigenes Leben. Wie Aphorismen ziehen sich Reflektionen über den Tod, über das Leben durch das Buch – das Thema Essen: ein Rahmen für die Memoiren.

So bleibt doch alles bestehen, auch wenn niemand mehr da ist. Nur das Rezept für Mutters Nusskuchen ist mit deren Ableben für immer verschwunden. Dafür hinterlässt Gies in „Kochbuch der Toten” ihre Erinnerungen unnd mit ihnen ein Rezept für asiatische Fischsuppe „das wahrscheinlich einen ganzen Sternenhimmel wert ist.“

Tödliche Fremde”: Buchpremiere in Bremen

Mahmood Falakis Buchpremiere in Bremen

Am 06. Juni hat uns Mahmood Falaki einen Besuch in der Bremer Villa Ichon abgestattet, um uns seinen neuen Roman „Tödliche Fremde” vorzustellen. Nach einer Einführung des Moderators Jens-Ulrich Davids vom Literaturkontor wurde auch sogleich mit der Lesung begonnen. Im Anschluss hat Falaki noch Fragen zu seinem Werk beantwortet. Von besonderem Interesse war in diesem Fall die Frage danach, wie es für ihn war, seinen ersten Roman auf Deutsch zu verfassen. „Tödliche Fremde” ist ein Roman über Identität, eine Frage, die für den aus dem Iran stammenden Autor auch eine persönliche Bedeutung hat.

Ein großes Dankeschön von uns an den Bremer Literaturkontor, die Bremer Stadtbiblothek, Jens-Ulrich Davids, Mahmood Falaki und allen Gästen für diese tolle und anregende Veranstaltung!

WDR COSMO hat zu dieser Veranstaltung am 09. Juni einen kleinen Beitrag ausgestrahlt, den ihr euch hier anhören könnt:

Wucht”: Eine Lesung mit Pegah Ahmadi und Jutta Himmelreich in Bonn

wucht_cover_mit_rahmenEin riesengroßes Dankeschön von uns an den Goethe und Hafis Verlag und die Röttgener Buchhandlung, die vergangenen Samstag eine tolle Veranstaltung mit Pegah Ahmadi, ihrem neuen Lyrikband „Wucht” und Jutta Himmelreich organisiert haben!

Wenn ihr mehr erfahren wollt, so könnt ihr hier eine kurze Rekapitulaiton der Veranstaltung lesen!

Aufbrüche aus dem Exil” – Lesung und Diskussion mit Pedro Kadivar

Für all diejenigen, die vergangenen Donnerstag leider nicht dabei sein konnten, als Pedro Kadivar im Körber Forum sein „Kleines Buch der Migrationen” vorgestellt hat, haben wir gute Nachrichten: die gesamte Veranstaltung ist vom Körber Forum auf Video aufgezeichnet worden, so dass nun alle an dieser wichtigen und interessanten Veranstaltung teilhaben können.

Wie viele Zeichen haben wir eigentlich mit anderen Kulturen gemein? Persische Ornamente lassen sich in französischen Kirchen finden, in italienischen Landschaften. Sogar Proust erwähnt das Wort „persisch” an mehreren Stellen seines Werkes, ohne das Land jemals selbst gesehen zu haben. Diese und viele weitere Fragen wurden in Hamburg thematisiert und wir bedanken uns recht herzlich bei Doerte Bischoff für die Moderation, Stephan Benson, für seine exeptionelle Lesart des Textes und der Körber Stiftung für die Ausrichtung dieser äußerst gelungenen Veranstaltung.

Lesereise von Pascal Manoukian

Hamburg – Bremen – Köln – Erfurt – Ulla

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Vom 22. – 23. Mai durften wir Pascal Manoukian und seinen – in Frankreich groß gefeierten – Roman Nachtvögel bei uns in Deutschland begrüßen. Es waren herausragende Lesungen voller interessanter Diskussionen und Denkanstöße, sowohl durch den Autor, als auch durch das anwesende Publikum. Nachtvögel zeigt uns die Welt aus einer neuen Perspektive, der der Flüchtlinge, die uns ansonsten verschlossen bliebe. Ein Beweis dafür, dass die Literatur im Aktualitätsbezug eine große Rolle spielen kann und vor allem spielen sollte.

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Organisatoren, Unterstützern, Gästen und natürlich beim Autor selbst für eine so gelungene Veranstaltungsreihe!

Wir führen ein neues Format in unseren Blog ein!

In der Schatzkiste stellen wir euch von nun an jeden Monat ein bereits veröffentlichtes Buch vor.

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Da normalerweise immer nur die Neuveröffentlichungen aktuell besprochen werden, haben wir uns überlegt, euch jeden Monat ein Buch aus unserer Schatzkiste vorzustellen. Diesen Monat handelt es sich dabei um Amin Zaouis Roman Der letzte Jude von Tamentit. Warum wir gerade diesen Roman ausgewählt haben und worum es geht, erfahrt ihr auf unserem Blog.

Neuveröffentlichung: „Wucht” von Pegah Ahmadi

Das lange Warten hat sich gelohnt: der zweite Lyrikband von Pegah Ahmadi – „Wucht” – grandios übersetzt von Jutta Himmelreich, liegt nun gedruckt in unseren Händen!

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Wucht – Das lässt an große, beschleunigte Massen denken, die wie in einem Film in Zeitlupe aufeinandertreffen, um dann in einem Regen von Trümmerteilen und Staub mit Getöse auseinander zu fliegen. Wucht kennt die deutsche Sprache nur voll oder garnicht, dazwischen gibt es nicht mehr viel.
Und so sind auch die Gedichte der im Iran bekannten Lyrikerin Ahmadi Gedichte mit „vor Wucht trunkener Zunge“ geschrieben. Die Autorin ringt etwa damit, dass die „Liebe seit einem halben Jahrhundert monströs ist“.

Wie verarbeitet eine Lyrikerin die Flut an neuen Eindrücken und Reizen, denen sie im Exil begegnet? Ahmadi lebt seit rund vier Jahren in Deutschland. Sie thematisiert ihre Erfahrungen mit der neuen Sprache und Kultur auf eine intensive, melodramatische Weise und lässt die Leser an ihren intimsten Gefühle teilhaben. In ihrer bildhaften, widersprüchlichen, manchmal schockierenden Sprache manifestieren sich ein schmerzhafter, innerer Kampf, das Gefühl der Isolation und Ängste, die einen Menschen in Deutschland sogar bei einer harmlosen Zugfahrt nach Würzburg beschleichen, wenn ein Verrückter mit einer Axt mit voller Wucht auf harmlose Reisende eindrischt.

Auf der Produktseite kann das Buch ab sofort erworben werden!

Neuauflage von Jene Tage

c_farrochsad-jene-tage_websiteDemnächst wird die fünfte Auflage von Forough Farrochsads Jene Tage veröffentlicht. Der Lyrikband wurde durch neun neue Gedichte erweitert, die bereits in der Sonderausgabe von 2017 enthalten waren.

Jene Tage ist eine Sammlung von Gedichten aus der Feder von Forugh Farrochsād, der bedeutendsten modernen Dichterin Irans. Die Auswahl der Stücke aus dem Gesamtwerk umfasst neben frühen Gedichten auch Werke aus dem 1964 erstmals veröffentlichten Gedichtband Wiedergeburt, der nach eigener Aussage den Beginn von Farrochsāds dichterischem Schaffen markiert. Auch ihr längstes Gedicht, das postum veröffentlichte „Glauben wir nun an den Beginn der kalten Jahreszeit“, ist enthalten.
In ihrem Werk geht Farrochsād sowohl gegen literarische als auch gegen gesellschaftliche Konventionen an und bricht damit sämtliche Tabus. Sie hält die überlieferten Formen der Lyrik nicht ein und überführt die iranische Lyrik somit in die Moderne. Ihr Werk verleiht Frauen in der iranischen Männergesellschaft eine Stimme, indem in ihren Gedichten zum ersten Mal das Seelenleben einer Frau aus weiblicher Perspektive beschrieben wird. Dabei bedient sie sich eines nüchternen Realismus und einer rückhaltlosen Ehrlichkeit.

Auf der Produktseite könnt ihr das Buch bereits jetzt bestellen!

Deutsche Welle: Interview mit Fariba Vafi

Wenn die Auflage eines Buches selten 300 Exemplare übersteigt – welchen Einfluss können Autoren dann überhaupt noch nehmen, in einem Land mit einer Bevölkerung von 80 Millionen?”

Für ihren Roman „Tarlan” erhielt die iranische Autorin Fariba Vafi den LiBeraturpreis 2017. Im Interview mit DW – Deutsche Welle spricht sie über das Schreiben an sich, über Zensur und den leider nach wie vor sehr geringen Stellenwert der Literatur im Iran.

Ein wirklich interessanter und lesenswerter Beitrag!

http://www.dw.com/de/fariba-vafi-schriftsteller-haben-im-iran-keinen-einfluss/a-42569783

Börsenblatt-Interview mit Madjid Mohit

madjid-mohit-2011-copy-pic-alli-26241536_preview-jpg-2255999Das Börsenblatt, eine beliebte Fachzeitschrift für den deutschen Buchhandel, führte kürzlich ein interessantes Interview mit Sujet-Verleger Madjid Mohit. In diesem Gespräch geht es um die Herausforderungen für Autoren im Exil und darüber hinaus um die Bedeutung von Luftwurzelliteratur, die die positiven Seiten der Migration, vor allem die kulturelle Bereicherung, ins Blickfeld rückt. Auch der wachsende Stellenwert der Migrantenliteratur in der deutschsprachigen Literaturszene, von dem auch der Sujet Verlag profitiert, wird in dem Interview diskutiert.

Unter dem Gesichtspunkt, dass Mohit Migrationserfahrungen am eigenen Leibe erlebte, ist es erkenntnisreich und spannend, seine Sichtweisen zu diesem Thema zu erfahren. Daher: Eine klare Leseempfehlung!

Hier geht es zum Interview: https://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit_sujet-verleger_madjid_mohit.1427344.html

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Litprom-Literaturtage 2018: Kartographien des Weiblichen

30 Jahre LiBeraturpreis

26./27. Januar im Literaturhaus Frankfurt

 

Die Litprom-Literaturtage 2018 haben Autorinnen aus 30 Jahren LiBeraturpreis und damit aus aller Welt zu Gast und möchten sie fragen: Welche Themen treiben sie um und an? Was wünschen sie sich vom Buchmarkt? Was bedeutet für sie weibliches Schreiben – ein Gedenken aller regionalen, sprachlichen und generationsspezifischen Diversität und über die Grenzen von ‚Nord’ und ‚Süd’, ‚race’ und ‚class’ hinweg?
Sie sind herzlich eingeladen, die Landkarte einer weiblichen Weltliteratur mit uns gemeinsam neu zu vermessen.

Eine detaillierte Programmübersicht mit allen Veranstaltungen und Teilnehmer/innen finden Sie hier: http://www.litprom.de/events/literaturtage/

Tarlan hat den LiBeraturpreis 2017 gewonnen!

liberaturpreis-coverLiebe Bücherfreunde,

es ist geschafft!

Voller Freude dürfen wir verkünden, dass Tarlan von Fariba Vafi (ins Deutsche übersetzt von Jutta Himmelreich) den LiBeraturpreis 2017 gewonnen hat!

Letztes Jahr schaffte es Fariba Vafis Roman auf Platz 4 der 30. Bestenliste „Weltempfänger” und gehörte somit zu den sieben besten Titeln des Frühjahrs 2016.

Dieses Jahr setzt Tarlan noch einen drauf: Bei dem öffentlichen Voting, das für alle LeserInnen zugänglich war, wurde mit eindeutiger Mehrheit für Tarlan gestimmt – und verhalf dem Roman somit zu dem LiBeraturpreis 2017!

Wir freuen uns sehr über dieses schöne Ergebnis und möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns diesen Preis möglich gemacht haben und ihre Stimme für Tarlan abgegeben haben! DANKE! Ohne eure engagierte Hilfe hätte Tarlan diesen Preis nicht gewonnen.

Zum Preis:
Der Publikumspreis von Litprom zeichnet jährlich einen besonders beliebten Titel einer Autorin aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt aus.
Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Übersetzungen aktueller Werke von Autorinnen aus den entsprechenden Ländern auf dem deutschen Buchmarkt noch immer stark unterrepräsentiert sind und die mediale Aufmerksamkeit gegenüber weiblichen Stimmen nach wie vor deutlich geringer ist.

[Mehr zum Buch: http://sujetverlag.de/buecher/tarlan/]

Impressionen von unseren Veranstaltungen