Artikel: Warum hinter „Weltliteratur“ oft ein westlicher Blick (Gerrit Wustmann)
Am 22. Januar 2025 ist ein Essay Gerrit Wustmanns zur westlichen Sicht auf die Weltliteratur erschienen. Den vollen Text könnt Ihr lesen, wenn Ihr hier klickt; einen kleinen Vorgeschmack wollen wir Euch aber auch geben:
Doch um das Ausmaß des Problems zu begreifen, werfe man einen genaueren Blick auf all jene Bestenlisten und Literaturpreise, die mit dem Begriff „Weltliteratur“ hausieren gehen. Wer den von Goethe erdachten Begriff ernst nimmt, dem müsste an Ausgewogenheit liegen, also daran, möglichst in ähnlicher Gewichtung Literatur der ganzen Welt aufzunehmen, anstatt die „Weltliteratur“ als geschmäcklerische Wertung einer Literatur von vermeintlichem Weltrang zu kategorisieren.
Aber Weltliteratur-Listen bestehen in aller Regel überwiegend oder sogar ausschließlich aus Westliteratur. Gelegentlich gibt es mal eine, die auf plus-minus zehn Prozent nichtwestlicher Literatur kommt, also Bücher von Autorinnen und Autoren, die nicht aus Europa oder Nordamerika stammen.